Wasser aus dem eigenen Brunnen

BrunnenIn Deutschland sind bis auf wenige ländliche Gebiete nahezu alle Haushalte an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen. Aus verschiedenen Gründen haben Haus- und Grundstücksbesitzer gelegentlich dennoch den Wunsch nach einem eigenen Brunnen. Ein solcher Brunnen auf dem eigenen Grundstück eignet sich vorrangig zur Entnahme von Brauchwasser, also für die Gartenbewässerung, die Waschmaschine oder die Toilettenspülung. In bestimmten Fällen ist Brunnenwasser auch zur Trinkwassernutzung geeignet.

Für Bohrungen, die Einfluss auf das Grundwasser haben, braucht man grundsätzlich eine Genehmigung. Ansprechpartner ist die untere Wasserbehörde, die auch Auskunft darüber geben kann, wie tief der Grundwasserspiegel liegt, welche Qualität das Wasser hat und wozu es benutzt werden kann.

Hinweis: Wer einen Brunnen mit viel Wasser möchte der sollte diesen an einem Fischtag bei zunehmendem Mond bauen. Alternativ dazu sollte es dann ein Vollmond im Wasserzeichen – Fische, Krebs, Skorpion –sein.

Der bekannteste Brunnentyp ist der Schachtbrunnen, der aus dem Erdboden ausgeschachtet wird. Die Schachttiefe mit einem Durchmesser von ein bis anderthalb Metern reicht bis ans Grundwasser. Die Brunnenwände werden aus Beton, Betonschachtringen oder Mauerwerk hergestellt. Wirtschaftlich ist dieser Brunnentyp nur bis zu einer Tiefe bis zu acht Metern. Das Wasser tritt durch die offene Sohle oder Schlitze im Mauerwerk ein. Schachtbrunnen sind heute nur noch bei Einzelversorgungen üblich, da die gelieferte Wassermenge gering ist. Außerdem ist die Wassernutzung aufgrund der leichten Zugänglichkeit des Schachtbrunnens hygienisch bedenklich.

Ein Bohrbrunnen wird durch Bohrungen in variablen Durchmessern mit einem Bohrrohr hergestellt. Diese sind theoretisch in allen Tiefen möglich. Bei dieser Brunnenart verbleibt ein geschlitztes oder gelochtes Brunnenfilterrohr im Grundwasser, welches mit einem vollwandigen Förderrohr verbunden ist, das bis an die Erdoberfläche reicht. Alle Wasserwerke fördern Wasser in Bohrbrunnen als Kiesschüttungsbrunnen, die Ausführung kann jedoch auch von Heimwerkern durchgeführt werden. Allerdings ist hierfür der Einsatz bestimmter Maschinen erforderlich, zudem kann eine Person alleine die erforderliche Kraft nicht alleine aufbringen. Ein sachgerecht hergestellter Bohrbrunnen erfüllt alle hygienischen Anforderungen.


Eine Spezialform des Bohrbrunnens stellt der Rammbrunnen dar, der sich für eine Wasserförderhöhe von bis zu sieben Metern eignet. Die Wasserförderung erfolgt mittels einer Saugpumpe, die von Hand betrieben wird. Die Pumpe wird in einem Schacht von etwa zwei Meter Tiefe installiert, die wasserführenden Metallrohre werden in den Boden getrieben. Dieser Brunnentyp kann von Gartenbesitzern selbst erstellt werden.

Die Installationen einer Brunnenanlage müssen in jedem Fall von denen der öffentlichen Wasserversorgung getrennt werden, um sicherzustellen, dass keine Verunreinigungen in das Leitungswassernetz eindringen.